Kapitel 4
Integraler Yoga und Konzentration
Der Zweck der Konzentration im Raja-Yoga
Worte Sri Aurobindos
Im Yoga des Wissens, wie er in Indien praktiziert wird, verwendet man die Konzentration in einem speziellen, begrenzteren Sinn. Sie bedeutet dort, dass das Denken von allen ablenkenden Tätigkeiten des Mentals zurückgezogen und allein auf die Idee des Einen konzentriert wird. Dadurch erhebt sich die Seele aus der Welt der Erscheinungen zur einzigen Wirklichkeit empor. Wir zerstreuen uns durch unser Denken in die äußere Erscheinungswelt. Indem wir das Denken zurückholen und in sich sammeln, müssen wir uns selbst in das Wirkliche zurückziehen. Die Konzentration besitzt drei machtvolle Formen, durch die dieses Ziel erreicht werden kann. Dadurch dass wir uns auf irgendetwas konzentrieren, werden wir befähigt, die Sache zu erkennen und sie dazu zu bringen, dass sie uns ihre verborgenen Geheimnisse preisgibt. Diese Macht müssen wir dazu verwenden, nicht nur die Dinge, sondern auch das eine Ding-an-sich zu erkennen. Dann kann durch die Konzentration aller Wille zusammengefasst werden, um das zu erwerben, was noch unerreicht ist und noch jenseits unserer Verfügung liegt. Wenn die Macht des Willens zur Genüge trainiert, eindeutig auf ein Ziel gerichtet, aufrichtig, ihrer selbst gewiss, dem eigenen Selbst allein treu und absolut im Glauben ist, können wir sie dazu verwenden, jedes beliebige Objekt zu erlangen. Wir sollten diese Willensmacht aber nicht für den Erwerb der vielen Objekte verwenden, die uns die Welt anbietet. Wir sollten vielmehr im Geist das einzige Objekt spirituell erfassen, das unseres Ringens wert, und auch jenes einzige Subjekt, das des Wissens würdig ist. Wenn wir unser ganzes Wesen auf einen einzigen Status seines Selbst konzentrieren, können wir all das werden, wozu wir uns entscheiden. Selbst wenn wir vorher aus lauter Schwächen und Ängsten bestanden haben, können wir zu kraftvollen und mutigen Menschen werden. Wir können auch in hohem Maße Reinheit, Heiligkeit und Frieden verkörpern oder zu einer einzigen universalen Seele der Liebe werden. Man lehrt uns aber, wir sollten diese Macht nicht dazu verwenden, zu Menschen selbst solcher Eigenschaften werden zu wollen, die im Vergleich zu dem, was wir jetzt sind, noch so hoch sein mögen. Vielmehr sollten wir das werden, was über allen Dingen steht und frei ist von aller Aktion und von allen Attributen: das reine absolute Sein. Alles Übrige und jede andere Konzentration könne nur zur Vorbereitung wertvoll, nur ein vorläufiger Schritt sein, damit wir allmählich das zerfahrene und sich zerstreuende Denken, Wollen und Wesen auf ihr erhabenes einzigartiges Ziel hin erziehen.
Eine solche Anwendung der Konzentration setzt wie jede andere eine vorhergehende Läuterung voraus. Sie führt schließlich zur Entsagung, zum Stillstand und zuletzt zum Emporsteigen in den absoluten transzendenten Zustand des Samadhi. Aus diesem gibt es, wenn er zu seinem Höhepunkt kommt und andauert, vielleicht nur noch für eine unter vielen tausend Seelen Rückkehr. Wir gehen hierdurch „in jenen erhabenen Zustand des Ewigen ein, aus dem die Seelen nicht mehr wiederkehren – yato naiva nivartante tad dhama paramam mama“. Sie haben den Kreislauf der Natur verlassen. Der Yogin, der nach der Erlösung von der Welt strebt, sucht zu der Zeit, da er seinen Körper verlässt, in diesen Samadhi einzugehen. In der Disziplin des Raja-Yoga finden wir eine solche Aufeinanderfolge. Dort muss der Yogin zuerst zu einer gewissen moralischen und spirituellen Läuterung gelangen. Er muss die niederen, nach unten ziehenden Aktivitäten seines Mentals ausmerzen. Danach muss er das Aktivsein des Mentals schlechthin zu Ende bringen und sich auf die einzige Idee konzentrieren, die ihn aus der Aktivität in die Stille jenes Zustands führt. Die Konzentration kennt im Raja-Yoga verschiedene Stufen: die eine, auf der das Objekt der Konzentration ergriffen, die nächste, auf der es gehalten wird, und die dritte, auf der das Mental sich in den Status verliert, den das Objekt repräsentiert oder zu dem die Konzentration hinführt. Im Raja-Yoga wird nur diese letzte Stufe Samadhi genannt, obwohl dieses Wort, wie in der Gita, auch in einem viel weiteren Sinne verwendet werden kann…
Der Zweck der Konzentration im Integralen Yoga
Worte Sri Aurobindos
Als das Ziel des Integralen Yoga haben wir jedoch etwas mehr Komplexes und weniger Exklusives im Auge. Es ist nicht so ausschließlich positiv bezüglich des höchsten Zustands der Seele und nicht so ausschließlich negativ im Blick auf ihre göttlichen Einstrahlungen. Ganz gewiss müssen wir nach dem Höchsten, nach dem Ursprung von allem, nach dem Transzendenten trachten. Das darf aber nicht unter Ausschluss dessen geschehen, was diesseits jener Transzendenz existiert. Vielmehr ist das Transzendente die Quelle einer verlässlichen Erfahrung und eines höchsten Zustandes der Seele, der alle anderen Zustände umwandeln und unser Bewusstsein von der Welt so umgestalten soll, dass diese zu einer Gestalt ihrer verborgenen Wahrheit wird. Wir dürfen aus unserem Wesen nicht das ganze Bewusstsein des Universums ausmerzen wollen. Vielmehr wollen wir Gott, die Wahrheit und das Selbst sowohl innerhalb des Universums wie auch als dessen Transzendenz verwirklichen. Wir wollen darum nicht nur das Unaussprechliche suchen, sondern auch Seine Offenbarung als ein unendliches Sein, als Bewusstsein und als Seligkeit, die das Universum umfangen und sich in ihm auswirken. Diese dreieinige Unendlichkeit ist Seine erhabenste Manifestation. Wir sollen danach trachten, das zu erkennen, an ihm teilzuhaben und es zu werden. Da wir aber diese Trinität nicht nur an sich, sondern im kosmischen Spiel der Kräfte zu realisieren suchen, werden wir auch danach streben, Seine sekundäre Manifestation, Sein göttliches Werden zu erkennen, um an der universalen göttlichen Wahrheit, am Wissen, am Willen und an der Liebe des Höchsten Wesens teilzuhaben. Auch damit wollen wir uns identifizieren, auch dahin wollen wir gelangen. Wir überlassen Ihm unser Wesen, damit Er es nach unseren Anstrengungen und nach der Zurücknahme aller Ichhaftigkeit zu sich emporzieht, dann zu uns herniederkommt und uns in all unserem Werden umfasst. Das soll nicht nur ein Mittel sein, durch das wir uns Gott nahen und zu Seiner erhabenen Transzendenz kommen, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir gerade dann, wenn wir das Transzendente besitzen und von Ihm in Besitz genommen sind, ein göttliches Leben in der kosmischen Manifestation führen.
Die tiefe Bedeutung der Konzentration
Worte Sri Aurobindos
Damit wir das tun können, müssen für uns die Begriffe Konzentration und Samadhi eine reichere und tiefe Bedeutung annehmen. Unsere ganze Konzentration ist nur ein Abbild des göttlichen tapas, durch die das Selbst in sich gesammelt ruht, durch die es sich aus sich selbst manifestiert, durch die es seine Manifestation trägt, fördert und besitzt, durch die es sich wieder aus jeder Manifestation in sein höchstes Einssein zurückzieht. Was um der Seligkeit willen bewusst in sich selbst ruht, ist das göttliche tapas. Ein Wissens-Wille, der in der Kraft des Bewusstseins für sich selbst und in seinen Manifestationen wohnt, ist die Essenz der göttlichen Konzentration, ist der Yoga des Herrn des Yoga. Auf der Grundlage der Selbst-Differenzierung des Göttlichen, in der wir uns befinden, ist Konzentration das Mittel, durch das sich die individuelle Seele mit jeder Form, jedem Zustand, jeder psychologischen Manifestation (bhava) des Selbstes identifiziert und in diese eingeht. Die Voraussetzung dafür, dass wir das göttliche Wissen und das Prinzip eines jeden Yoga des Wissens erlangen, ist der Gebrauch dieses Mittels zum Einswerden mit dem Göttlichen.
Die tiefe Bedeutung des Samadhi
Worte Sri Aurobindos
Unsere Konzentration schreitet fort durch die Idee, die Denken, Form und Namen als Schlüssel verwendet. Diese erschließen dem sich konzentrierenden Mental die Wahrheit, die hinter allen Gedanken, Formen und Namen verborgen liegt. Durch die Idee steigt das mentale Wesen über jede Ausdrucksform empor zu dem, was zum Ausdruck gebracht wird, zu Jenem, von dem die Idee selbst nur das Instrument ist. Durch Konzentration auf die Idee bricht unser mentales Dasein, das wir jetzt führen, die Schranke unserer Mentalität auf. So erlangt es jenen Zustand des Bewusstseins, jenen Zustand des Seins, jenen Zustand der Macht des bewussten Seins und der Seligkeit des bewussten Seins, dem die Idee entspricht und dessen Symbol, Bewegung und Rhythmus sie ist. Die Konzentration auf die Idee ist also nur Mittel und Schlüssel, um uns die überbewussten Ebenen unseres Daseins zugänglich zu machen. Ihr Ziel und Höhepunkt ist ein gewisser im Selbst gesammelter Zustand unserer Existenz, die emporgehoben wird in jene überbewusste Wahrheit, in jene Einheit und Unendlichkeit eines selbstbewussten und selbstseligen Daseins. Das ist die Bedeutung, die wir dem Begriff Samadhi verleihen. Das ist nicht nur ein Zustand, worin wir uns von aller Bewusstheit der Außenwelt, gar von allem Bewusstsein unserer Innenwelt in das zurückgezogen haben, was jenseits von beiden existiert, ob als Keim beider oder als das, was auch ihrem Keimzustand gegenüber transzendent ist. Vielmehr verstehen wir unter Samadhi, dass wir in dem Einen und Unendlichen unsere sichere Existenz gewinnen, dass wir mit ihm geeint und identisch werden und dass dieser Status bleibt, ob wir im Wachzustand verharren, in dem wir der Form der Dinge bewusst sind, oder uns in die innere Aktivität zurückziehen, die sich mit dem Spiel der Prinzipien der Dinge, mit dem Spiel ihrer Namen und typischen Formen befasst, oder ob wir uns zu dem Zustand einer statischen Innerlichkeit erheben, wo wir bei den Prinzipien selber und beim Prinzip aller Prinzipien, dem Keim von Namen und Form anlangen.1 Die Seele nämlich, die zum wesenhaften Samadhi gelangt und in ihm ihren festen Stand gewonnen hat, samadhistha (in dem Sinne, den die Gita mit diesem Worte verbindet), hat das gewonnen, was die Grundlage jeder Erfahrung ist. Sie kann nicht mehr darunter absinken, welche Erfahrung auch auf sie einwirken mag, die sonst einen Menschen verwirrt, der noch nicht bis zu diesem Gipfel emporgekommen ist. Sie kann nun alles umfassen, was in den Umkreis ihres Seins gelangt, ohne dass sie durch irgendetwas gebunden, getäuscht oder beschränkt wird.
Drei Methoden, diesen göttlichen Status zu erlangen
Worte Sri Aurobindos
Erste Methode – konzentrierte Meditation:
Es muss Ziel unserer Konzentration sein, diesen gesicherten göttlichen Status zu erlangen. Der erste Schritt bei der Konzentration muss immer der sein, dass wir das unstet abschweifende Mental dazu bringen, bestimmt und unbeirrt einen einzigen Verlauf zusammenhängenden Denkens über ein einziges Subjekt zu verfolgen. Es muss das tun, ohne sich durch Verführungen und fremde Ansprüche an seine Aufmerksamkeit ablenken zu lassen. In unserem gewöhnlichen Leben ist eine ähnliche Konzentration allgemein üblich. Sie wird aber schwieriger, wenn wir sie in unserem Inneren ohne Gegenstand äußerer Art oder ein Handeln leisten müssen, auf das wir unser Mental einstellen können. Diese innere Konzentration muss jedoch der nach dem Wissen Suchende zustande bringen.2 Es genügt nicht nur das fortlaufende intellektuelle Denken, dessen einziges Ziel es ist, seine Auffassungen als Begriffe zu formulieren und intellektuell miteinander zu verbinden. Ebensowenig ist – abgesehen etwa von der Anfangsstufe – der Prozess des rationalen Denkens erwünscht, vielmehr ein Sich-versenken, soweit das möglich ist, in das inhaltsreiche Wesen der Idee, die uns unter dem Drängen des Willens der Seele die vielfältigen Aspekte der Wahrheit herausgeben muss. Wenn sich also etwa das Mental auf die göttliche Liebe als sein Subjekt konzentriert, sollte es sich allein auf das Wesenhafte der Idee, dass Gott die Liebe ist, so einstellen, dass die vielartige Manifestation der göttlichen Liebe in das helle Licht emporsteigt, und zwar nicht nur für das Denken, sondern auch im Herzen, im Wesen und in der Schau des Sadhaka. Dabei mag zuerst das Denken kommen und dann erst die Erfahrung. Es kann aber auch zuerst die Erfahrung eintreten, und das Wissen geht aus der Erfahrung hervor. Was wir so erlangen, müssen wir uns immer mehr aneignen und festhalten, bis es zu unserer ständigen Erfahrung und schließlich zu unserem Dharma, dem Gesetz unseres Wesens, geworden ist.
Zweite Methode – Konzentration auf eine Idee:
Das ist der Prozess konzentrierter Meditation. Eine anstrengendere Methode besteht darin, dass wir das Mental allein in der Konzentration auf das Wesenhafte der Idee fixieren, um nicht nur das Denk-Wissen oder die psychologische Erfahrung des Subjekts zu erlangen, sondern um die wirkliche Essenz der Sache hinter ihrer Idee zu begreifen. In diesem Prozess hört das Denken auf und geht in die aufgezehrte ekstatische Kontemplation des Objekts oder durch Versunkensein in den inneren Samadhi über. Wenn wir auf diesem Weg fortschreiten, muss aber der Zustand, in den wir uns erheben, nachher wieder zurückgerufen werden, um vom niederen Wesen Besitz zu ergreifen und so sein Licht, seine Macht und Seligkeit auf unser gewöhnliches Bewusstsein auszustrahlen. Wenn das nicht geschieht, könnten wir, wie das viele tun, dieses Licht und diese Seligkeit wohl im verzückten Zustand oder inneren Samadhi besitzen. Wir verlieren aber diese Macht, wenn wir erwachen oder in die Berührung mit der Welt herabsteigen. Ein so verstümmelter Besitz ist nicht das Ziel des Integralen Yoga.
Dritte Methode – das Mental stilllegen:
Eine dritte Methode besteht darin, dass wir uns weder am Anfang in einer anstrengenden Meditation auf das einzige Subjekt noch in einer mühevollen Kontemplation auf das einzige Objekt der Gedanken-Schau konzentrieren, sondern wir zunächst das Mental vollständig stilllegen. Das kann auf verschiedene Weise getan werden. Bei der einen treten wir völlig hinter die mentale Aktivität zurück und nehmen gar nicht an ihr teil, sondern beobachten sie einfach, bis sie, müde des Herumspringens oder Herumrennens, in wachsende und zuletzt absolute Stille verfällt. Ein anderer Weg ist, dass wir die Suggestionen des Denkens zurückweisen, sie aus dem Mental verjagen, sobald sie kommen, und dass wir uns fest im Frieden des Seins verhalten, der wirklich und überall hinter der Verwirrung und dem Tumult des Mentals existiert. Wenn dieser verborgene Friede enthüllt ist, legt sich eine große Stille auf unser Wesen. Gewöhnlich kommt mit ihm die Wahrnehmung und Erfahrung des alles durchdringenden schweigenden Brahman, wobei jede Erscheinung zuerst nur eine leere Form und ein Abbild zu sein scheint. Auf der Grundlage dieser Stille kann alles Wissen und alle Erfahrung der tieferen Wahrheit göttlicher Manifestation aufgebaut werden, nicht aber auf den äußeren Erscheinungen der Dinge.
Der Höhepunkt – Das Ebenbild der Gottheit wird in unserer menschlichen Existenz geformt:
Gewöhnlich wird man, wenn dieser Zustand erlangt ist, eine anstrengende Meditation nicht mehr länger notwendig finden. Eine freie Konzentration des Willens, die das Denken lediglich dazu verwendet, dass es unseren niederen Wesensschichten Anregung und Licht gibt, wird ihre Stelle einnehmen. Der Wille wird dann darauf drängen, dass das physische Wesen, die vitale Existenz, das Herz und das Mental sich neu in die Formen des Göttlichen umgestalten, die sich aus dem schweigenden Brahman offenbaren. Je nach der vorausgegangenen Vorbereitung und Läuterung unserer Wesensschichten müssen diese nun, mehr oder weniger schnell, mit einem mehr oder minder starken Ringen, dem Gesetz des Willens und seiner Gedankenanregung gehorchen. So ergreift schließlich das Wissen des Göttlichen von unserem Bewusstsein auf all seinen Ebenen Besitz. Das Ebenbild der Gottheit wird in unserer menschlichen Existenz geformt, wie das einst von den alten vedischen Sadhakas getan wurde. Für den Integralen Yoga ist das die unmittelbare und machtvollste Disziplin.
Die Vollendung der Konzentration
Worte Sri Aurobindos
Der Yoga muss mit einer Anstrengung oder zumindest mit einer entschlossenen Hinwendung zu dieser totalen Konzentration beginnen. Verlangt wird von uns ein ständiger, nicht nachlassender Wille zur Darbringung alles dessen, was wir sind, an den Erhabenen. Wir müssen unser ganzes Wesen und unsere Natur mit ihren vielen Seiten dem Ewigen, der das All ist, opfern. Unsere Selbst-Darbringung an den allein begehrenswerten Einen wird daran gemessen, wie wir uns völlig auf das einzig Notwendige unter Ausschluss von allem Übrigen konzentrieren können. Diese Ausschließlichkeit wird am Ende nichts ausschließen als die falsche Art, wie wir die Welt betrachten, und die Unwissenheit unseres Willens. Denn im Mental wird unsere Konzentration auf den Ewigen dann ihre höchste Höhe erreichen, wenn wir ständig das Göttliche an und für sich und das Göttliche in uns selbst, aber auch das Göttliche in allen Dingen, Wesen und Geschehnissen schauen. Die Konzentration wird durch das Herz dann zur Vollendung gebracht werden, wenn jede Gemütsbewegung in der Liebe zum Göttlichen zusammengefasst ist, in der Liebe zum Göttlichen an und für sich, aber auch in der Liebe zum Göttlichen in allen seinen Wesen, Mächten, Personifizierungen und Gestaltungen im Universum. Vom Willen wird die Konzentration dann im höchsten Grade geleistet werden, wenn wir den göttlichen Impuls stets fühlen, empfangen und ihn zu unserer einzigen Antriebskraft machen. Das bedeutet aber, dass wir die schweifenden Impulse unserer egoistischen Natur bis zum letzten rebellischen Nachzügler vernichten, uns selbst universal ausweiten und mit einer ständigen frohen Aufnahmebereitschaft allein für das göttliche Wirken in allen Dingen aufgeschlossen sind. Das ist die erste grundlegende siddhi im Integralen Yoga.
1 Das sind die Zustände des Wachseins, des Traums und des Schlafes der Seele.
2 In den elementaren Stufen der Debatte und des Urteilens im Innern, vitarka und vicara, geschieht das, um falsche Ideen zu korrigieren und zur intellektuellen Wahrheit zu gelangen.