Kapitel 4

Die wissenschaftliche Auffassung von Bewusstsein

Worte Sri Aurobindos

Die gewöhnliche Auffassung von Bewusstsein basiert auf normaler oberflächlicher Erfahrung plus Wissenschaft. Für die Naturwissenschaft ist das Bewusstsein ein temporäres Phänomen in einer unbewussten Welt, etwas, das sich entfaltete in einer belebten Organisation, die sich irgendwie in einer ursprünglich unbelebten und unbewussten Materie herausgebildet hat. Es ist dem Leben nicht innewohnend, denn die Pflanze besitzt es nicht. Es ist vielmehr ein wachsendes Aufflackern, das – sobald es einmal etabliert ist – zeitweise im Schlaf und beim Aufwachen andauert, während des Lebens fortbesteht und mit der Auflösung des Lebens verschwindet. Der gewöhnliche Verstand identifiziert das Bewusstsein mit dem menschlichen Wachbewusstsein, das möglicherweise auch vom Tier benutzt wird – obwohl das nicht sicher ist, denn viele gestehen dem Tier kein Bewusstsein zu. Ein Mensch ist bewusst, während er lebt. Wenn er tot ist, verschwindet das Bewusstsein. Wenn er schläft, betäubt, narkotisiert, anästhesiert oder in Trance ist, wird seine Bewusstheit unterbrochen; er ist vorübergehend bewusstlos. Inwieweit ist diese wissenschaftlich-oberflächliche Ansicht korrekt oder haltbar? Denn sie wirft zwei grundlegende Fragen auf – ist das Oberflächenbewusstsein die einzige mögliche Form des Bewusstseins, und ist das Bewusstsein gleichbedeutend mit dem Verstand, ist alles Bewusstsein also mental, oder sind andere Formen davon, supramental oder submental, möglich?

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