Kapitel 3

Die materielle Grundlage der Bindung von Mutter und Kind

Worte der Mutter

Mit dem Risiko, dir viele Illusionen zu rauben, muss ich dir etwas über die Quelle der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind erzählen. Es liegt daran, dass das Kind aus ihrer ganz eigenen Substanz gebildet ist, und dass für eine ziemlich lange Zeit, relativ lange, die materielle, die stoffliche Beziehung zwischen Mutter und Kind äußerst eng ist; – es ist, als ob etwas von ihrem Fleisch genommen, entfernt und woanders deponiert worden ist. Und erst sehr viel später wird die Bindung zwischen ihnen vollständig gekappt. Es gibt eine Art Band und ein subtiles Gefühl, solcherart, dass die Mutter genau das spürt, was das Kind empfindet, als ob sie es in sich selber fühlen würde. Das ist dann die materielle Ursache der Bindung der Mutter an das Kind. Es ist eine Basis stofflicher Identität, nichts anderes als das. Das Gefühl kommt viel später (es kann früher kommen, das hängt von den Leuten ab), aber ich spreche von der Mehrheit: das Gefühl tritt erst lange danach ein, und es ist konditioniert. Es gibt so viele Dinge… Ich könnte euch stundenlang über das Thema berichten. Aber trotzdem sollte es nicht für Liebe gehalten werden. Es ist eine materielle Identifikation, die die Mutter innig, ganz konkret und greifbar spüren lässt, was das Kind fühlt: wenn das Kind einen Schock bekommt, nun, dann spürt die Mutter das. Dies hält mindestens zwei Monate an.

Das ist die Grundlage. Alles Übrige kommt von der Natur der Menschen, ihrem Entwicklungsstand, ihrem Bewusstsein, der Erziehung und der Fähigkeit zu fühlen.

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