Kapitel 2

Die beiden Aspekte der Arbeit des Avatars

Zwei Aspekte bestehen parallel, die vom ewigen und höchsten Standpunkt gleichermaßen wichtig sind, in dem Sinn, dass beide gleichermaßen unerlässlich sind, um die Verwirklichung wirklich zur Verwirklichung zu machen.

Einerseits das, was Sri Aurobindo – der als Avatar das höchste Bewusstsein und den höchsten Willen auf der Erde darstellte – erklärte, dass ich sei, und zwar die universelle höchste Mutter. Und auf der anderen Seite das, was ich durch die integrale Sadhana in meinem Körper verwirkliche. Ich könnte auch die höchste Mutter sein, ohne eine Sadhana auszuüben, und in der Tat, solange Sri Aurobindo in seinem Körper war, führte er die Sadhana aus; mir kamen die Ergebnisse zugute; die Ergebnisse wirkten sich automatisch auf mein äußeres Wesen aus, aber er tat die Arbeit, nicht ich: ich war nur der Zwischenträger, der seine Sadhana auf die Welt übertrug. Erst nachdem er seinen Körper verließ, wurde ich gezwungen, die Sadhana selber fortzusetzen; nicht nur wie zuvor seine Sadhana auf die Welt zu übertragen, sondern sie selber auszuführen. Als er ging, übertrug er mir die Verantwortung für das, was er in seinem Körper tat, ich musste es jetzt tun. Es bestehen also diese beiden Aspekte, und mal überwiegt der eine, mal der andere (ich meine nicht aufeinanderfolgend in der Zeit, sondern … das geht um Augenblicke), und sie versuchen, sich zu einer vollständigen und vollkommenen Verwirklichung zu vereinen: das unsägliche, unbewegte ewige Bewusstsein der Vollzieherin des Allerhöchsten, und das Bewusstsein des Sadhak im Integralen Yoga, der in seiner aufsteigenden Bemühung einen wachsenden Fortschritt anstrebt…

Jene mit der Auffassung, ich sei die ewige universelle Mutter und Sri Aurobindo der Avatar, wundern sich, dass unsere Macht nicht absolut ist. Sie wundern sich, dass es uns nicht genügt zu sagen: „es ist so“, damit es „so“ sei. Der Grund liegt darin, dass für eine integrale Verwirklichung die Vereinigung beider Aspekte unerlässlich ist: der Macht, die von der ewigen Stellung herrührt, und der Macht der Sadhana in der evolutionären Entwicklung.