Kapitel 13
Ego und Selbsthingabe
Komme aus deinem Ego heraus
Das ganze Universum bewegt sich in Übereinstimmung mit deinem Ego: Du bist im Zentrum, und das Universum dreht sich um dich. Wenn du dich aufmerksam betrachtest, wirst du sehen, dass es so ist. Deine Schau vom Universum – das bist du im Zentrum und das Universum rund um dich herum. Deshalb gibt es keinen Platz für irgend etwas anderes. Es ist nicht das Universum, das du siehst: es bist du selbst, was du dort erblickst.
Deshalb musst du am Anfang zunächst fähig sein, aus dem Ego herauszutreten. Später muss es in einem gewissen Zustand der Nichtexistenz sein. Dann beginnst du, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sind, von einem ein wenig höheren Standpunkt. Aber wenn du wissen willst, wie die Dinge wirklich sind, musst du vollkommen wie ein Spiegel sein: schweigend, friedvoll, unbeweglich, unparteiisch, ohne Vorlieben und in einem Zustand totaler Empfänglichkeit. Und wenn du so bist, wirst du zu erkennen beginnen, dass es viele Dinge gibt, derer du nicht gewahr bist, die aber da sind und die anfangen, in dir aktiv zu werden.
Dann wirst du fähig sein, in diesen Dingen zu sein, anstatt ausschließlich in diesem kleinen Punkt befangen, der du im Universum bist.
Es gibt alle möglichen Methoden, aus dir selbst herauszukommen. Aber es ist unerlässlich, wenn du wissen willst, wie die Dinge wirklich und nicht in Begriffen deiner selbst sind.
Die harte Schale des Ego
Dieses Empfinden der eigenen Person wird eine Art Käfig, ein Gefängnis, das dich einschließt, dich davon abhält, wahrhaftig zu sein, wahrhaft zu wissen, zu handeln, zu verstehen. Es ist, als hätte dich jemand in eine sehr harte Schale gesteckt und du wärest gezwungen, dort zu bleiben.
Das ist das erste Gefühl, das du erlebst. Danach beginnst du, gegen die harte Schale zu pochen, um sie zu zerbrechen. Manchmal widersteht sie sehr lang. Dennoch, wenn du anfängst, das zu fühlen, dass das, was du glaubtest, das seiest du selbst, die Person, die Dinge tut und durch die sie getan werden, die Person, die existiert und dich zu dem macht, was du bist, ja, wenn du davon zu dem Bewusstsein wechselst, dass diese ein Gefängnis ist, das dich davon abhält, wahrhaft du selbst zu sein, dann hast du einen großen Fortschritt gemacht, und es gibt Hoffnung. Du fühlst dich erstickt, zerschmettert, vollkommen eingemauert in ein Gefängnis ohne Luft, Licht, Öffnung, und dann beginnst du, von innen dagegen zu stoßen, zu stoßen, zu stoßen, zu stoßen, damit es zerbersten möge.
Und am Tage, an dem das geschieht, an dem es sich öffnet, trittst du plötzlich in das seelische Bewusstsein ein. Und dann verstehst du. Und dann, wirklich, wenn du einen Sinn für Humor hast, lachst du; du erkennst deine Dummheit.
Zerschneide den Knoten des Ego
Liebe Mutter, was bedeutet das, „der Knoten des Ego“?
Knoten? Oh! Das ist ein Bild, weißt du. Aber es ist etwas, das dir anhaftet und dich festhält wie ein gut gefertigter Seilknoten. Und so sagt man immer, dass das erste, was man tun muss, um wahrhaft fortzuschreiten, das Zerschneiden des Ego-Knotens ist. Das ist sehr ausdrucksstark und gibt ein Bild, nicht wahr? – Man ist gefesselt, in sich selbst eingeschlossen, wie durch Knoten, die alle Teile des Wesens zusammenbinden, eingeschnürt, als wäre man in einem Gefängnis. Das ist es, was einen Zusammenhalt bewirkt. Aber zur selben Zeit ist es eine Begrenzung, eine Beschränkung. Du kannst nicht all die Kräfte empfangen, die du gerne empfangen möchtest, weil du in diese Hülle, die von einem Haufen Knoten in dem dich fesselnden Seil gebildet wird, eingekapselt bist.
Liebe Mutter, wie können wir den Knoten des Ego zerschneiden?
Wie ihn zerschneiden? Nimm ein Schwert und zerschlage ihn (Gelächter), wenn du seiner bewusst wirst. Denn gewöhnlich ist man das nicht. Wir halten das, was geschieht, für ganz normal; und es ist tatsächlich sehr normal. Aber wir halten es auch für ganz gut. Deshalb brauchen wir zunächst eine große Klarsicht, um dessen bewusst zu werden, dass wir in alle diese Knoten eingeschlossen sind, die uns in Knechtschaft halten. Und dann, wenn man dessen gewahr wird, dass es da etwas gibt, das ganz und gar eng dort eingezwängt ist – so eng, das man sich vergeblich bemüht hat, es zu bewegen – dann stellt man sich seinen Willen als ein sehr scharfes Schwert vor, und mit all seiner Kraft führt man gegen diesen Knoten einen Hieb aus (einen imaginären, natürlich, man ergreift nicht tatsächlich ein Schwert), und das bewirkt ein Ergebnis. Natürlich kannst du diese Arbeit von einem psychologischen Standpunkt aus tun, indem du all die Elemente aufspürst, die diesen Knoten ausmachen, die ganze Sammlung von Widerständen, Gewohnheiten, Vorlieben, all das, was dich eng umzäunt. Wenn du dir also dessen bewusst wirst, kannst du dich konzentrieren und all die göttliche Kraft und Gnade anrufen und einen guten Streich gegen die Formationen führen, gegen diese Dinge, die so fest zusammenhängen, so dass nichts sie zerteilen kann. Und in dem Augenblick musst du entschlossen sein, dass du auf diese Dinge nicht mehr hören willst, sondern nur noch auf das göttliche Bewusstsein, und keine andere Arbeit tun willst außer der göttlichen, ohne dich um persönliche Erfolge zu sorgen, frei von aller Bindung, frei von aller Vorliebe, vom Wunsch nach Erfolg, Macht, Befriedigung, Eitelkeit, all das… All das muss verschwinden, und du darfst nur den göttlichen Willen, der sich in deinem inkarniert hat und dich handeln lässt, sehen. Dann, auf diese Weise, wirst du befreit.
Das Ego und „Ziehen“
Welche Haltung sollte man annehmen, um aus dem Ego herauszukommen?
Haltung? Es ist eher ein Wille, nicht wahr? Du musst es wollen… Was sollte man tun, ist das deine Frage?
Das sicherste Mittel ist, sich selbst dem Göttlichen hinzugeben, nicht zu versuchen, es zu sich selbst zu ziehen, sondern sich dem Göttlichen zu geben. Dann bist du gezwungen, zunächst wenigstens ein wenig aus dir herauszukommen. Gewöhnlich, weißt du, wenn Leute an das Göttliche denken, ist das erste, was sie tun, soviel wie möglich in sich selbst „hineinzuziehen“. Und dann empfangen sie im Allgemeinen gar nichts. Sie erzählen dir: „Ah! Ich habe gerufen, gebetet und ich habe keine Antwort bekommen. Ich bekam keine Antwort, nichts geschah.“ Aber dann, wenn du fragst: „Hast du dich überantwortet?“ – „Nein, ich zog.“ – „Ah, ja, das ist der Grund, weshalb nichts passiert ist!“ Es ist nicht so, als wäre nichts gekommen, es ist vielmehr so, dass du in deinem Ego eingeschlossen bleibst, wenn du ziehst,… dass eine Wand zwischen dir selbst und dem, was empfangen werden soll, errichtet wird. Du steckst dich selbst ins Gefängnis, und dann bist du erstaunt, dass du in deinem Gefängnis nichts empfindest.
Gefängnis und mehr noch, ohne Fenster zur Straße. Wirf dich selbst nach außen (die Mutter öffnet ihre Hände), gib dich selbst, ohne irgend etwas zurückzuhalten, einfach aus Freude daran, das zu tun. Dann besteht eine Möglichkeit, dass du etwas fühlen könntest.
Versuche niemals, die Kraft herabzuziehen
Ich möchte dir gerne etwas empfehlen. In deinem Verlangen nach Fortschritt und deiner Sehnsucht nach Verwirklichung sorge dafür, dass du nicht versuchst, die Kräfte an dich zu ziehen. Gib dich hin, öffne dich mit soviel Selbstlosigkeit, wie du durch beständiges Dich-selbst-Vergessen erwerben kannst, verstärke deine Empfänglichkeit bis zum äußersten, aber versuche niemals, die Kraft an dich zu ziehen, denn das zu wollen, ist bereits ein gefährlicher Egoismus. Du darfst streben, du darfst dich öffnen, du darfst dich hingeben, aber trachte niemals danach, zu nehmen. Wenn die Dinge schiefgehen, machen die Leute die Kraft verantwortlich, aber sie ist es nicht: es ist Ehrgeiz, Egoismus, Unwissenheit und die Schwäche des Gefäßes.
Gib dich selbst großzügig und mit vollkommener Selbstlosigkeit, und von einem tieferen Standpunkt aus wird dir niemals etwas Schlechtes widerfahren. Versuche zu nehmen, und du wirst dich am Rande des Abgrundes finden.
Gib, anstatt zu nehmen
Wenn man sich in alle Dinge ausgebreitet hätte, wenn all die Schwingungen, die kommen und gehen, das Bedürfnis ausdrückten, in alles zu verschmelzen, sich selbst zu weiten, zu wachsen, nicht, indem man in seinen Grenzen bleibt, sondern indem man aus ihnen herauskommt und um sich schließlich mit allem zu identifizieren, hätte man nicht länger irgend etwas zu verlieren, denn man hätte alles. Nur, das weiß man nicht. Und deshalb, da man es nicht weiß, kann man es nicht tun. Man versucht zu nehmen, zu akkumulieren, zu akkumulieren, zu akkumulieren, aber das ist unmöglich, man ist nicht imstande, das zu tun. Man muss sich identifizieren. Und dann möchte man das wenige, was man gibt, zurückhaben: man gibt einen guten Gedanken, man erwartet Anerkennung; man gibt ein wenig Zuneigung, man erwartet sie von anderen… denn man verfügt nicht über die Fähigkeit, der gute Gedanke in allem zu sein, die Zuneigung zu sein, die warme Liebe in allen Dingen. Man fühlt sich einfach so, ganz abgeschnitten und beschränkt und fürchtet, alles zu verlieren, das zu verlieren, was man hat, weil man dann arm wäre. Wäre man auf der anderen Seite fähig, sich zu identifizieren, hätte man es nicht länger nötig zu ziehen. Je mehr man sich ausdehnt, umso mehr hat man. Je mehr man sich identifiziert, desto mehr wird man. Und dann, anstatt zu nehmen, gibt man. Und je mehr man gibt, desto mehr wächst man.
Gib alles
Je mehr du dich dem Göttlichen gibst, desto mehr ist das Göttliche mit dir, total, beständig, in jeder Minute, in all deinen Gedanken, all deinen Bedürfnissen, und es gibt keine Aspiration, welche nicht eine unmittelbare Antwort erfährt; und du hast das Empfinden einer vollständigen und dauerhaften Vertrautheit, einer allumfassenden Nähe. Es ist, als wäre das Göttliche die ganze Zeit mit dir. Du gehst, und das Göttliche geht mit dir. Du schläfst, und das Göttliche schläft mit dir. Du isst, und das Göttliche isst mit dir. Du denkst und das Göttliche denkt mit dir. Du liebst, und das Göttliche ist die Liebe, die du fühlst. Aber dafür muss man sich selbst vollständig geben, uneingeschränkt, ausschließlich, nichts zurückhalten, nichts für sich selbst bewahren und nichts aufsparen, auch nichts verstreuen: das allerkleinste Ding in deinem Wesen, welches nicht dem Göttlichen überlassen wird, ist eine Vergeudung. Es ist das Vergeuden deiner Freude, etwas, was dein Glücklichsein um genau diesen Teil vermindert, und alles, was du dem Göttlichen nicht gibst, ist, als hieltest du es fest, so als wäre es möglich, das Göttliche gäbe Sich Selbst dir. Du fühlst dich Ihm nicht nahe und Ihn nicht beständig mit dir, weil du nicht Ihm gehörst, weil du hunderten anderer Dinge und Leuten gehörst; in deinem Denken, deinen Gefühlen, Impulsen… es gibt Millionen Dinge, die du Ihm nicht gibst, und das ist der Grund, dass du Ihn nicht immer bei dir fühlst, weil all diese Dinge so viele Schleier und Wände zwischen Ihm und dir sind. Doch wenn du Ihm alles gibst, nichts zurückhältst, wird das Göttliche dauernd und uneingeschränkt, in allem, was du tust, denkst, fühlst, bei dir sein, immer, in jedem Augenblick. Dafür jedoch musst du dich selbst absolut geben, nichts zurückhalten; alles, was du zurückhältst, ist ein Stein, den du niederlegst, um eine Mauer zwischen dem Göttlichen und dir selbst aufzubauen.
Mache deinen Willen zum Geschenk
Du kannst in jedem Augenblick deinen Willen in einem Sehnen zum Geschenk machen – einem Sehnen, das sich selbst sehr einfach formuliert, nicht nur: „Herr, Dein Wille geschehe“, sondern: „Gib, dass ich so gut ich kann, das Beste tue.“
Du weißt vielleicht nicht in jedem Augenblick, was das Beste ist und wie du es tun sollst, aber du kannst deinen Willen dem Göttlichen zur Verfügung stellen, um das Beste, das möglich ist, zu tun, das Beste, das möglich ist. Du wirst sehen, das wird wunderbare Ergebnisse zeitigen. Tue das mit Bewusstsein, Aufrichtigkeit und Ausdauer, und du wirst dich selbst mit großen Schritten voranschreiten sehen. So ist es, nicht wahr? Man muss die Dinge mit der ganzen Inbrunst seiner Seele tun, mit der ganzen Kraft seines Willens. Tue in jedem Augenblick das Beste, das möglich ist, das Beste, das möglich ist. Was andere tun, geht dich nichts an – das ist etwas, was ich euch nicht oft genug wiederholen kann.
Übergib deinen Willen
Du besitzt einen Willen, und den kannst du überantworten. Du möchtest dir zum Beispiel deiner Nächte bewusst werden. Wenn du die Haltung passiver Hingabe annimmst, würdest du sagen: „Wenn es Gottes Wille ist, dass ich bewusst werden soll, dann wird das geschehen.“ Überlässt du andererseits deinen Willen dem Göttlichen, dann beginnst du zu wollen, du sagst: „Ich will mir meiner Nächte bewusst werden.“ Du hast den Willen, dass das getan werden sollte. Du setzt dich nicht müßig nieder und wartest. Die Hingabe erfolgt, wenn du die Haltung annimmst, die sagt: „Ich gebe meinen Willen dem Göttlichen. Ich wünsche mir sehnlichst, mir meiner Nächte bewusst zu werden. Ich verfüge nicht über das Wissen, lass es den Göttlichen Willen für mich ausarbeiten.“ Dein Wille muss immerfort tätig sein, nicht in der Art, eine bestimmte Handlungsweise zu wählen oder ein bestimmtes Objekt zu verlangen, sondern als ein glühendes Sehnen, das sich auf das zu erreichende Ziel konzentriert. Das ist der erste Schritt.
Der göttliche Wille ist unverkennbar
Wie sollen wir wissen, wirst du fragen, wann es Gottes Wille ist, der uns handeln lässt? Der Göttliche Wille ist nicht schwer zu erkennen. Er ist unverkennbar. Du kannst ihn erkennen, ohne sehr weit auf dem Pfad zu sein. Du musst nur auf seine Stimme hören, die kleine Stimme, die hier in deinem Herzen ist. Sobald du daran gewöhnt bist zu hören, spürst du, wenn du etwas dem Göttlichen Willen Widersprechendes tust, ein kleines Unbehagen. Wenn du auf der falschen Spur bestehst, wirst du sehr beunruhigt sein. Wenn du jedoch einen physischen Vorwand als Ursache deines Unbehagens vorgibst und weiter dem falschen Weg folgst, verlierst du allmählich die Fähigkeit zur Wahrnehmung, und schließlich fährst du fort, alles mögliche Unrecht zu tun, ohne dich unbehaglich zu fühlen. Doch wenn du, sobald du die geringste Störung empfindest, innehältst und dein inneres Selbst fragst: „Was ist dessen Ursache?“, dann bekommst du die wahre Antwort, und die ganze Sache wird ziemlich klar. Versuche nicht, eine physische Ausrede vorzubringen, wenn du eine kleine Niedergeschlagenheit fühlst oder ein geringfügiges Unbehagen. Wenn du anhältst und dich nach dem Grund umsiehst, sei absolut aufrecht und aufrichtig. Zuerst wird dein Verstand eine sehr plausible und schöne Erklärung konstruieren. Akzeptiere sie nicht, sondern schaue dahinter und frage: „Was ist hinter dieser Regung? Warum tue ich das?“ Du wirst schließlich dahinter, verborgen in einem Winkel, das kleine Kräuseln entdecken – eine leichte Verbiegung oder Verzerrung in deiner Haltung, die den Ärger verursacht.
Den göttlichen Willen kennen
Es gibt vier Bedingungen, den göttlichen Willen zu erkennen:
Die erste wesentliche Bedingung: eine absolute Aufrichtigkeit.
Zweitens: Begehren und Vorlieben zu überwinden.
Drittens: Das Mental zum Schweigen zu bringen und zu lauschen.
Viertens: Sofort zu gehorchen, wenn du den Befehl erhältst.
Wenn du beharrlich bist, wirst du den göttlichen Willen immer deutlicher wahrnehmen. Jedoch sogar bevor du ihn erkennst, kannst du deinen Willen überantworten, und du wirst sehen, dass alle Umstände so angeordnet werden, dass sie dich das Richtige tun lassen. Du darfst hingegen nicht wie die Person sein, die ich kannte und die zu sagen pflegte: „Ich sehe den göttlichen Willen immer in anderen.“ Das kann dich wer-weiß-wohin führen und es gibt nichts Gefährlicheres, denn wenn du glaubst, du siehst den göttlichen Willen in anderen, kannst du sichergehen, dass du ihrem, nicht dem göttlichen Willen folgst. Hier können wir auch wieder sagen, dass nicht einer unter vielen, vielen Menschen im Einklang mit dem göttlichen Willen handelt.
Du kennst die Geschichte von dem reizbaren Elefanten, seinem Mahout und dem Mann, der dem Elefanten nicht Platz machen wollte. In der Mitte der Straße stehend sagte der Mann zu dem Mahout: „Der göttliche Wille ist in mir und der verlangt von mir, nicht beiseite zu gehen.“ Der Elefantenführer, ein Mann von einiger Intelligenz, antwortete: „Aber der göttliche Wille im Elefanten verlangt, dass du beiseite gehst!“
Die rechte Haltung
Es gibt manchmal allzu gewissenhafte Leute, die sich selbst Probleme schaffen und es sehr schwierig finden, sie zu lösen, weil sie das Problem falsch formulieren. Ich kannte eine junge Frau, die Theosophin war und sich bemühte, das zu praktizieren. Sie sagte zu mir: „Man lehrt uns, der göttliche Wille müsse in all unseren Handlungen herrschen, aber wenn ich morgens frühstücke, wie kann ich dann wissen, ob Gott will, dass ich mir zwei oder nur ein Stück Zucker in meinen Kaffee tun soll?“… Und das war ziemlich rührend, wisst ihr, und es kostete mich einige Mühe, ihr zu erklären, dass der Geist, in welchem sie ihren Kaffee trank, die Haltung gegenüber ihrer Nahrung, viel bedeutungsvoller ist, als die Anzahl der Zuckerstücke, die sie nimmt.
Es ist mit all den kleinen Dingen, die man in jedem Augenblick tut, dasselbe. Das göttliche Bewusstsein arbeitet nicht auf menschliche Weise. Es entscheidet nicht darüber, wie viele Zuckerstücke du in deinen Kaffee hineingeben wirst. Es versetzt dich allmählich in die rechte Haltung gegenüber Handlungen und Dingen, eine Haltung der Weihung, Geschmeidigkeit, des Einverständnisses, der Sehnsucht, des guten Willens, der Formbarkeit, der Bemühung um Fortschritt – das ist es, was zählt, sehr viel mehr als die kleinen Entscheidungen, die du in jeder Sekunde triffst. Man kann vielleicht versuchen herauszufinden, welches Handeln der Wahrheit am nächsten kommt, aber diese Dinge können nicht durch eine mentale Diskussion oder über eine mentale Problemstellung gelöst werden. Es geschieht tatsächlich durch eine innere Haltung, die eine Atmosphäre der Harmonie – eine sich fortschreitend entwickelnde Harmonie – erschafft, in welcher alles, was man tut, notwendigerweise das Beste ist, das unter diesen bestimmten Umständen getan werden konnte.