Kapitel 12
Absoluter Glaube und vollkommenes Vertrauen: Hingabe
(Das höchste Wort der Gita)
…nachdem sie alle Gesetze, Dharmas und die tiefste Essenz ihres Yoga dargelegt hat, nachdem sie gesagt hat, dass hinter all den ersten dem Menschen durch das transformierende Licht spirituellen Wissens, guhyāt, geoffenbarten Geheimnissen dieses noch eine tiefere geheimere Wahrheit ist, guhyataram, erklärt die Gita unvermittelt, dass es noch ein höchstes Wort gibt, das sie verkünden muss, paramam vacah, und eine allerhöchste geheime Wahrheit, sarva-guhyatamam. Dieses Geheimnis aller Geheimnisse will der Lehrer Arjuna als sein höchstes Gut mitteilen, weil er die erwählte und geliebte Seele ist, ista. Denn offensichtlich, wie es schon von der Upanishad gesagt wurde, ist es nur die seltene, vom Geist für die Offenbarung seines Körpers, tanum svām, erwählte Seele, die zu diesem Geheimnis zugelassen werden kann, weil sie alleine der Gottheit in Herz, Geist und Leben nahe genug ist, um ihr mit ganzen Wesen zu antworten und es zu einer lebendigen Praxis zu machen. Das letzte, das abschließende Wort der Gita, das das höchste Mysterium ausdrückt, wird in zwei kurzen, direkten und einfachen Shlokas ausgesprochen, und diese werden ohne ferneren Kommentar oder eine Erweiterung belassen, damit sie in das Mental einsinken und die Fülle ihrer Bedeutung in der Erfahrung der Seele offenbaren. Denn es ist nur diese innere immer größer werdende Erfahrung, die die unendlich große Bedeutung klar offenbart, welche diesen so einfach und schlicht scheinenden Worten innewohnt. Und wenn sie ausgesprochen werden, fühlen wir, dass es dies war, auf das der Schüler all die Zeit vorbereitet wurde, und dass der Rest nur eine erhellende und befähigende Disziplin und Doktrin war. So lautet dieses Geheimnis aller Geheimnisse des Ishwara: „Richte deinen Geist auf mich, sei mir ergeben, opfere mir, verehre mich, so wirst du zu mir gelangen; dies ist meine Zusage und mein Versprechen, denn du bist mir lieb. Gib alle Dharmas auf und nimm Zuflucht allein zu mir. Ich werde dich von aller Sünde und allem Übel befreien. Sei nicht betrübt.“ …
„Am Schluss wird diese ganze persönliche Anstrengung und Selbstdisziplin nicht gebraucht, alles Befolgen von Regeln und Dharma und deren Einschränkungen kann zuletzt als hinderliche Belastung weggeworfen werden, wenn du dich Mir vollkommen hingeben kannst; verlasse dich allein auf die Gottheit und den Geist in dir und allen und vertraue auf seine alleinige Führung. Wende mir deinen mentalen Geist vollkommen zu und fülle das Denken mit mir und meiner Gegenwart. Wende mir dein ganzes Herz zu, mache aus allen deinen Handlungen, welchen auch immer, ein Opfer und eine Gabe. Wenn du das getan hast, lasse mich meinen Willen in deiner Seele, deinem Leben und Handeln tun; sei nicht traurig und verwirrt wegen meines Umgangs mit deinem Geist und Herz, Leben und Arbeiten, weil er nicht den Gesetzen und Regeln folgt, die sich der Mensch auferlegt, um seinem begrenzten Willen und Verstand eine Richtung zu weisen. Meine Wege sind die Wege einer perfekten Weisheit und Macht und Liebe, die alle Dinge kennt und alle ihre Bewegungen auf ein vollkommenes letztes Ergebnis hin vereint; denn sie verfeinert und webt die vielen Fäden für eine integrale Vollkommenheit zusammen. Ich bin hier bei dir in deinem Streitwagen, offenbart als der Meister des Daseins in deinem Inneren und Äußeren, und ich wiederhole die absolute Zusicherung, das unfehlbare Versprechen, dass ich dich durch und über alle Sorgen und Übel hinaus leiten werde. Welche Schwierigkeiten und Verwirrungen auch immer entstehen, sei versichert, dass ich dich zu einem vollkommen göttlichen Leben in dem universalen und einem unsterblichen Dasein im transzendenten Geist führen werde.“