Kapitel 10
Schöpferisches Wort
Süße Mutter, es gibt eine Blume, die du „Das schöpferische Wort“ genannt hast. Was bedeutet das?
Es ist das Wort, das erschafft.
Es gibt alle Arten alter Traditionen, alte Hindu-Traditionen, alte Chaldäische Traditionen, in denen das Göttliche in der Gestalt des Schöpfers, d.h. unter Seinem Aspekt als Schöpfer, ein Wort äußert, welches die Macht des Erschaffens hat. Das ist es also… Und es ist der Ursprung des Mantra. Das Mantra ist das gesprochene Wort, welches eine Schöpferkraft hat. Es wird eine Anrufung gemacht und es gibt eine Antwort auf diese Anrufung; oder man betet und das Gebet wird erhört. Dies ist das Wort, das Wort, welches in seinem Klang… es ist liegt nicht nur an der Vorstellung, sondern am Klang, dass es hier eine Schöpferkraft gibt. Weißt du, es ist der Ursprung des Mantra.
In der indischen Mythologie ist Brahma der Schöpfergott, und ich denke, es war genau seine Kraft, die in dieser Blume symbolisiert wurde, „Das schöpferische Wort“. Und wenn man damit in Verbindung ist, haben die geäußerten Worte eine Kraft der Anrufung oder des Erschaffens, Formens oder Transformierens. Die Worte… Klang hat immer eine Macht; er hat viel mehr Macht, als die Menschen denken. Es kann eine gute Macht sein oder eine böse. Er erzeugt Schwingungen, die eine nicht zu bestreitende Wirkung haben. Es ist nicht so sehr die dahinter liegende Vorstellung, sondern der Klang; die Vorstellung hat auch ihre eigene Kraft, aber in ihrem eigenen Feld, – während der Klang in der materiellen Welt eine Macht hat.
Ich denke, ich habe euch das einmal erklärt. Ich habe euch zum Beispiel gesagt, dass Worte, die beiläufig geäußert werden, meistens ohne nachzudenken und ihnen irgendeine Wichtigkeit beizumessen, dazu benutzt werden können etwas sehr Gutes zu tun. Ich glaube, ich habe zu euch über „Bonjour“, „Guten Tag“ gesprochen, nicht wahr? Wenn sich Leute treffen und „Bonjour“ sagen, tun sie dies mechanisch und ohne nachzudenken. Aber wenn du einen Willen hineinlegst, einen Wunsch jemandem tatsächlich einen guten Tag zu wünschen… Nun, es gibt eine Art „Guten Tag“ zu sagen, die sehr wirksam ist, viel wirksamer, als wenn ihr im Vorbeigehen ohne etwas zu sagen denkt: „Ah! Ich hoffe, er hat einen guten Tag“. Wenn ihr mit dieser Hoffnung in euren Gedanken auf bestimmte Art „Guten Tag“ zu ihm sagt, macht ihr dies konkreter und wirksamer.
Es ist übrigens dieselbe Sache bei Flüchen oder wenn man ärgerlich wird und schlimme Dinge zu Leuten sagt. Das kann bei ihnen viel Schaden anrichten, manchmal größeren Schaden, als wenn ihr ihnen eine Ohrfeige geben würdet. Bei sehr sensiblen Menschen kann es Magenprobleme oder Herzrasen verursachen, weil ihr eine böse Kraft hineingelegt habt, die zerstören kann.
Das Sprechen ist ganz und gar nicht ohne Wirkung. Natürlich ist dabei viel von der inneren Kraft jedes einzelnen abhängig. Menschen, die keine Stärke haben und unbewusst sind, können nicht viel erreichen, – es sei denn, sie verwenden physische Mittel. Aber abhängig von eurer Stärke, besonders wenn ihr ein kraftvolles Vital habt, müsst ihr eine große Kontrolle über das haben, was ihr sagt, sonst könnt ihr viel Unheil anrichten. Ohne es zu wollen, ohne euch dessen bewusst zu sein, durch Unwissenheit.