Kapitel 1
Sei einfach
Sobald von einer Manifestation jede Anstrengung verschwindet, wird sie sehr einfach, von der Einfachheit einer Blume, die aufblüht und ihre Schönheit offenbart und ihren Duft verbreitet, ohne Stimmaufwand oder heftige Gebärden. Und in dieser Einfachheit wohnt die größte Macht, die das wenigste an Beimischung enthält und unheilvollen Rückwirkungen den geringsten Raum lässt. Man darf der vitalen Kraft nicht trauen; sie ist ein Versucher, auf den Weg der Werke gesetzt, und immer läuft man Gefahr, in ihre Schlinge zu geraten; denn sie gibt Geschmack an sofortigen Ergebnissen, und im Eifer, den man zunächst daransetzt es gut zu machen, lässt man sich hinreißen, dieser Kraft sich zu bedienen. Aber sehr bald bringt sie das ganze Handeln aus seiner Bahn, sie senkt einen Keim der Täuschung und des Todes in alles, was man tut.
Einfachheit, Einfachheit! Wie süß ist die Reinheit deiner Gegenwart!…
Nun, Unordnung ist ein Mittel, das Bedürfnis nach der reinen und göttlichen Einfachheit zu wecken.
Die Natur bei ihrem Ausdrucksversuch war genötigt, zu einer unglaublichen, fast unendlichen Komplizierung zu greifen, um die ursprüngliche Einfachheit wiederzugeben…
Gerade durch dies Übermaß an Kompliziertheit wird eine Einfachheit möglich, die keine Leere ist, sondern eine Fülle. Eine Einfachheit, die alles enthält, während ohne diese Verwicklungen Einfachheit eine Leere ist.