Kapitel 1

Die Notwendigkeit eines wahren Gemeinschaftslebens

Worte der Mutter

Sehr lange Zeit hindurch war der Ashram nur eine Vereinigung von Einzelnen, wobei jeder etwas repräsentierte, aber als Einzelner und ohne jede gemeinschaftliche Organisation. Sie waren wie Bauern, getrennt auf einem Schachbrett, und hatten nur ihre äußere Erscheinung gemeinsam oder vielmehr eine rein vordergründige Tatsache, nämlich zusammen am selben Ort zu leben und einige gemeinsame Gewohnheiten zu haben – nicht einmal viele, nur einige. Jeder machte Fortschritte oder machte auch keine, je nach seiner eigenen Fähigkeit und mit einem Minimum an Beziehungen zu den anderen. Je nach dem Wert der Einzelnen, die dieses bunt gemischte Ganze bildeten, konnte man also sagen, dass es einen allgemeinen Wert gab, der aber sehr schwammig war, der keine gemeinschaftliche Wirklichkeit hatte. Dies dauerte sehr lange – sehr lange. Und erst vor ganz kurzer Zeit trat die Notwendigkeit einer gemeinschaftlichen Wirklichkeit auf, die sich nicht unbedingt auf den Ashram beschränkt, sondern die alle die einschließt, die sich – ich meine nicht materiell, ich meine in ihrem Bewusstsein – zu Schülern von Sri Aurobindo erklärten und versuchten, seine Lehre zu leben. Bei all diesen, und stärker noch seit der Manifestation des supramentalen Bewusstseins und der supramentalen Kraft, ist die Notwendigkeit eines wahren Gemeinschaftslebens erwacht, das nicht nur auf rein materiellen Umständen beruht, sondern eine tiefere Wahrheit darstellt und das der Anfang von dem ist, was Sri Aurobindo eine supramentale oder gnostische Gemeinschaft nennt… Er hat natürlich gesagt, dass dazu die Einzelnen, aus denen sich diese Gemeinschaft zusammensetzt, selbst dieses supramentale Bewusstsein haben müssten. Aber auch ohne das Erreichen einer individuellen Vollkommenheit – sogar von einer Vollkommenheit weit entfernt – hat sich gleichzeitig eine innere Bemühung vollzogen, um sozusagen diese „kollektive Individualität“ zu schaffen. Das Bedürfnis nach einer wahrhaften Vereinigung, einer tieferen Bindung war spürbar geworden, und die Bemühung richtete sich auf diese Verwirklichung.

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