Kapitel 1

Auf welche Zentren konzentriert man sich?

Worte Sri Aurobindos

Man kann sich in jedem dieser drei Zentren konzentrieren, je nachdem, was dem Sadhak am leichtesten fällt oder die besten Ergebnisse hervorbringt. Die Konzentrationskraft im Herzzentrum soll eben jenes Zentrum öffnen, und mit Hilfe der Macht der Aspiration, der Liebe, der bhakti und der Hingabe den die Seele bedeckenden und verbergenden Schleier lüften und die Seele oder das seelische Wesen hervorbringen, so dass diese das Mental, das Leben und den Körper steuern und voll und ganz dem Göttlichen öffnen können und dabei alles aus dem Weg räumen, was dieser Zuwendung und Öffnung entgegensteht.

In diesem Yoga nennen wir dies „seelische Transformation“. Die über dem Kopf gelegene Konzentrationskraft soll Frieden und Ruhe bringen und uns von unserem körperlichen Gefühl und der Identifikation mit dem Mental und dem Leben befreien und dem niederen (mentalen, vitalen, physischen) Bewusstsein den Weg ebnen, so dass es zu dem höhergelegenen Bewusstsein emporsteigen kann und die Kräfte des höheren (spirituellen) Bewusstseins es vermögen, in das Mental, das Leben und den Körper herabzusteigen. In diesem Yoga nennen wir dies „spirituelle Transformation“. Wenn man mit dieser Bewegung als erstes beginnt, müssen die von oben herabsteigenden Mächte zunächst alle Zentren öffnen (auch das unterste Zentrum) und das seelische Wesen zum Vorschein bringen. Solange das nicht geschehen ist, dürfte das niedere Bewusstsein sich heftig wehren und großen Widerstand leisten und versuchen, das von oben herabkommende Göttliche Wirken zu behindern, sich mit ihm zu vermischen und es gänzlich zurückzuweisen. Ist das seelische Wesen aber erst einmal aktiv, lassen sich diese Auseinandersetzung und diese Probleme in hohem Maße minimieren.

Die Konzentrationskraft zwischen den Augenbrauen soll das dortige Zentrum öffnen sowie das innere Mental, die innere Schau und das innere bzw. yogische Bewusstsein mit all seinen Erfahrungen und Kräften befreien. Von hier aus kann man sich sowohl nach oben öffnen als auch in den tiefer gelegenen Zentren wirken. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass man sich in seinen eigenen mentalen spirituellen Gebilden verheddert und nicht heraustritt in die freie und integrale spirituelle Erfahrung, in das Wissen und die integrale Veränderung des Wesens und der Natur.

Worte Sri Aurobindos

Die Konzentration im Herzen und die Konzentration im Kopf können beide angewendet werden – jede hat ihr eigenes Ergebnis. Erstere öffnet das seelische Wesen und bringt bhakti, Liebe und die Einung mit der Mutter, ihre Gegenwart im Herzen und das Wirken ihrer Kraft in der menschlichen Natur. Letztere öffnet das Mental für die Selbstverwirklichung, für das Bewusstsein dessen, was sich über dem Mental befindet, für den Aufstieg des Bewusstseins über den Körper und das Herabkommen des höheren Bewusstseins in den Körper.

Worte Sri Aurobindos

Es schadet nicht, sich manchmal im Herzen und manchmal im Zentrum über dem Kopf zu konzentrieren. Doch Konzentration auf einen dieser Orte bedeutet nicht, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt zu richten; du musst vielmehr das Bewusstsein an einem dieser Orte verankern und dich von dort nicht auf den Ort, sondern auf das Göttliche konzentrieren. Dies kann mit geschlossenen Augen oder mit geöffneten Augen geschehen, was dir gerade am besten liegt.

Worte Sri Aurobindos

Wenn man sich auf einen Gedanken oder ein Wort konzentriert, muss man bei der grundlegenden Idee, die in dem Wort enthalten ist, verweilen und sich bemühen, das, was sie ausdrückt, zu erfühlen.

Wir benutzen Cookies

Wir verwenden auf unserer Website nur für den Betrieb notwendige sowie sogenannte Session Cookies, also ausdrücklich keine Werbe- oder Trackingcookies.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.